über uns

Die Natur braucht Partner

Der Verein zur Förderung des Naturschutzes an der Mühlenau und Umgebung e.V. wurde 1988 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen und den politischen Gemeinden Hohenfelde, Schwartbuck, Köhn sowie dem Gewässerunterhaltungsverband Selenter See.

Bei seinen Naturschutzprojekten hat der Vereins stets alle an der Gestaltung und Nutzung der Landschaft beteiligten Personen und Gruppen angesprochen und in die Arbeit einbezogen, um Vorurteile gegen den Naturschutz und Spannungen zwischen den Interessengruppen abzubauen. Aufgrund des besonderen Zuschnitts der Vereinsmitgliedschaft und der konfliktmindernden Arbeitsweise war die Tätigkeit des Vereins bereits in den ersten Jahren seines Bestehens bemerkenswert erfolgreich. Daher wurde dem Verein für seinen effektiven ortsbezogenen Naturschutz im ländlichen Raum der Umweltpreis 1996 des Ministeriums für Umwelt, Natur und Forsten zuerkannt.

Darstellung der Arbeit des Vereins zur Fördeurng des Naturschutzes an der Mühlenau und Umgebung

Die Vereinsphilosophie

Die Gründung des Vereins erfolgte 1989 drei Jahre nach der Enthüllung des Gedenksteins zum 100-jährigen Jubiläum des Buches „Der Dorfteil als Lebensgemeinschaft“ von Friedrich Junge. Hinter diesem Dorfteich verbarg sich der Hohenfelder Mühlenteich mit seiner Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren. Friedrich Junge war seinerseit als Privatlehrer in der Hohenfelder Mühle tätig und entwickelte hier sein Konzept für den naturkundlichen Unterricht. Ausgehend vom Einzellebewesen vollzog Junge den Schritt zur Lebensgemeinschaft und dem dazugehörigen Lebensraum, wobei der Mensch mit seinem Tun und Empfinden eingeflochten wurde. - Dieser im Grunde moderne ökologische Denkansatz von Junges Naturpädagogik wurde in der Öffentlichkeit verstanden und durch die Vereinsgründung wieder belebt.

Die Mühlenau

Die Mühlenau verbindet den Selenter See mit der Ostsee. Auf der Grundlage mehrerer gutachterlicher Arbeiten des Landes und des Kreises wurden Möglichkeiten zur ökologischen Verbesserung des Gewässersystems beraten und gefunden, wie z. B.:

  • Initiierung einer über Jahre wiederholt zusammenkommenden Arbeitsgruppe aus Vertretern unterer Landesbehörden und des Vereins zum Finden von Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Situation der Mühlenau
  • Neuanlage von 90 m Gewässerbett zur Aufhebung einer Verrohrung der Mühlenau bei Köhnerbrücke nach einem langen, schwierigen Entscheidungsprozess
  • Anlage einer halboffenen Weidelandschaft auf einer ca. 28 ha großen Fläche der Stiftung Naturschutz im Bereich Dransau – Köhnerbrücke mit Anlage von 7 Teichen, 1,5 ha Feldgehölzen und einer 2 ha großen Obstwiese mit dem Ziel, den Nitrataustrag aus der Fläche in die Mühlenau zu verringern und gleichzeitig ortstypische wertvolle Biotope zu schaffen
  • Anlage eines Gewässerrandstreifens von 3,5 km Länge in der Gemeinde Schwartbuck
  • Umwandlung der Grauerlenbestände durch Abholzen und Sukzession im Schwarzerlenbruchwald oberhalb des Hohenfelder Mühlenteiches auf 9 ha Fläche
  • Entschlammung des Hohenfelder Mühlenteiches
  • Errichtung einer Fischaufstiegsanlage an der Hohenfelder Mühle in naturnaher Ausführung
  • Verbesserung der Laichbedingungen für die Meerforelle oberhalb des Mühlenteiches Errichtung der Fischaufstiegsanlage
  • Erwerb der Autalflächen unterhalb der Hohenfelder Mühle bis zur Ostsee, Sukzession und halboffene Weidenlandschaft als Ziel (Träger Stiftung Naturschutz und Gemeinde Hohenfelde)
  • Rückwärtige Verlegung des Steges über die Mühlenaumündung, Verlegung des Wanderweges;
  • Erschließung des Mühlenautales durch einen Wanderweg von der Ostsee bis zum Selenter See ohne Biotopzerstörung bzw. erhebliche Störung der Natur (Langzeitprojekt für die Zeit nach Errichtung der Fischaufstiegsanlage)

Die Naturerlebnisräume

In der Vergangenheit konnten mithilfe des Naturschutzvereins entlang der Ostseeküste im Bereich der Gemeinden Hohenfelde und Schwartbuck einzelnde bedeutsame Biotop-Maßnahmen durchgeführt und durch Wanderwege zugänglich gemacht werden. Durch ein Konzept für einen Küsten-Lehr-und-Erlebnispfad sind diese Maßnahmen systematisch verbunden und für die Bevölkerung unweltpädagogisch aufbereitet worden. Durch zwei Machbarkeitsstudien ist das Anforderungsprofil und sind die örtlichen Möglichkeiten aufgezeigt worden, gilt es doch die Natur in ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit naturgeschichtlich im Sinne von Friedrich Junge als Lebensgemeinschaft des Menschen einzubeziehen und dadurch die wichtige Voraussetzung für ein aktives Handeln in der Zukunft zum Schutz und Erhalt der natürlichen Grundlagen des Lebens zu schaffen und zu fördern.

Möge die praxisbezogene und einfühlsame Beobachtung eines Friedrich Junge aus dem Jahre 1865 uns ermöglichen, die unverwechselbaren Strukturen unserer heimischen Landschaft in ihrer geologischen Vielfalt und deren Lebensgemeinschaften zu erkennen, zu bewahren und zu erläutern.